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Bernd Thill
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Aktualisiert am 17.07.2017
© Bernd Thill - Version 3.0

über Mich

Ich wurde 1977 geboren. Bin seit der Geburt schwerstbehindert (Tetra-Spastik mit Athetose) und bin auf andere Menschen angewiesen. Ich kann wegen meiner Behinderung nicht richtig sprechen und man muss mir das Essen eingeben, zu trinken geben, mich an- und ausziehen, aufs Klo bringen, waschen usw., aber am Computer bin ich selbstständig. Das alles und viel mehr, zeige ich in meinen Videos. Diese Filme kann man auf meinem YouTube Kanal und hier auf meiner Homepage ansehen.

Mit acht Jahren kam ich in die Vorschule und mit neun in die erste Klasse, im Zentrum für Körperbehinderte. Mit 10 saß ich zum ersten mal vor einem Computer, das hat mein Leben verändert und mir wurde mit 12 ein PC für die Schule zur Verfügung gestellt. In der selben Zeit durfte ich in einen Elektrorollstuhl (Estuhl) rein, das war richtig geil, dass ich zum ersten Mal mich alleine fortbewegen konnte. Davor schob oder trug mich immer jemanden. 1995 hatte ich meinen Hauptschulabschluss in der Tasche.

1997 arbeitet ich für ein Jahr in den Mainfränkischen Werkstätten in Würzburg, da hatte ich für 3 Tage in der Woche einen ausgelagerten Arbeitsplatz bei den Johannitern in Würzburg, die anderen 2 Tage war ich in der Werkstatt. Von 1998 bis 2001 durfte ich ins Berufsförderzentrum (bfz) in Würzburg, da erlernte ich die Web- und Anwendungsprogrammierung, im Rahmen eines Lehrgangs. Ich war der erste schwerstbehinderte der im bfz eine Fortbildung machen konnte. Danach arbeitete ich 10 Jahre als Programmierer, in einer Tochterfirma, der Mainfränkischen Werkstätten in Würzburg, in der mig GmbH. Seit April 2011 arbeite ich, aus persönlichen Gründen, nicht mehr.

Im August 2004 zog ich in eine vom Arbeiter-Samariter-Bund Würzburg betreute WG. Im Oktober 2011 bekam ich dann eine eigene Wohnung, hier lebe ich selbstbestimmt. Habe meine Wohnung so eingerichtet, dass ich mit meinem Estuhl alle meine Geräte erreiche, die ich selbst bedienen kann. Ich habe 7 Stunden am Tag eine Assistenz, mit dieser organisiere ich meinen Haushalt, so wie jeder andere auch.

Für meine Hobbies brauche ich eine Freizeitassistenz. Ich fahre gerne in die Natur, höre Musik, koche gern, filme mein Leben, schreibe Gedichte bzw. Geschichten, spiele Schach, züchte Pflanzen, interessiere mich für Astronomie, sammle Baumwollstrumpfhosen (die ich auch anziehe) usw.

Wegen der Spastik ziehe ich nie Schuhe an, denn meine Zehen sind sehr oft gekrümmt und wenn ich Schuhwerk an habe, schmerzen meine Füße. Deswegen fahre ich überall nur mit Socken oder mit einer Strickstrumpfhose hin, wenn es kalt ist, habe ich dicke Strümpfe und eine Wollstrumpfhose an.

Ich ziehe gerne Strumpfhosen an, da sie sehr bequem und warm sind. Vom Frühling bis zum Herbst ziehe ich Feinstrickstrumpfhosen an, im Winter habe ich immer dickere Wollstrumpfhosen unter der Hose an! Im Haus ziehe ich über die Strumpfhose keine normale Hose drüber. Deswegen habe ich eine Strumpfhose in mein Logo integriert, da sie einfach zu meiner Person gehört! Ich stehe dazu!

Ab und an lege ich mich für ca. drei Stunden zum entspannen in mein Wasserbett. Ich liege dann mit meiner Tagesstrumpfhose, die ich am Tag an habe, und meinem Sweatshirt zugedeckt da. Oft schlafe ich ein, es ist sehr angenehm, so im warmen Bett zu liegen! In der Nacht habe ich immer eine Strumpfhose zum schlafen an.

Im August 07 probierte ich ein Urinalkondom zum ersten mal aus, es funktionierte sehr gut. Ich versuchte es mit Erfolg noch einige male und entschied, dass ich mir auch welche verschreiben lasse! Seit Oktober 2007 habe ich meine eigenen Kondome und Beutel, ich trage sie sehr oft. Wenn ich unterwegs bin, ist dieses Pinkelsystem besonders praktisch, wenn ich mal muss, brauche ich keine behindertengerechte Toilette suchen, ich kann es einfach laufen lassen! Damit habe ich wieder etwas mehr Freiheit gewonnen.

Im April 2015 war dieser Bericht über mich in der Mainpost.

Für die Zukunft wünsche ich mir, dass die Menschen erkennen, was sie tun. Denn wenn es so weiter geht, werden vielleicht einige Texte von mir Realität, das wäre nicht so gut. Mir macht es etwas Angst, wenn ich sehe bzw. höre, was zurzeit auf unserer Welt so alles passiert. Da denke ich mir oft, wie lange kann ich noch so leben, wie ich heute lebe. Denn wenn unser System zusammen bricht, dann sind die Behinderten, Kranken und die Alten verloren. Jeder Mensch sollte das bekommen, was er braucht und nicht nur das Minimum. Denn leider kann man sich sein Leben nicht aussuchen.